Seniorenleitlinien der Stadt Bad Freienwalde (Oder)

 

Inhaltsverzeichnis

 1.     Präambel

 2.     Senioren der Stadt Bad Freienwalde unter der dazugehörigen Ortsteile –

Demografische Entwicklung 

 3.     Zielstellung der Stadt Bad Freienwalde und des Senioren- und Behindertenbeirates  für die Arbeit mit den Senioren 

 3.1.         Wohnen  im Alter

 3.2.         Gesundheitliche Betreuung und Versorgung

 3.3.         Mobilität /Soziale Infrastruktur / Sicherheit

 3.4.         Bildung , Kultur und Sport

 3.5.         Miteinader der Generationen

 3.6.         Ehrenamtliche Tätigkeit

 4.     Verantwortung für die Umsetzung der Leitlinien

 4.1.         Stadt Bad Freienwalde

 4.2.         Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Bad Freienwalde 

 4.3.         Vereine und Einrichtungen

 5.     Schlussbestimmungen

 1.              Präambel

Die Leitlinien zur Seniorenpolitik der Stadt Bad Freienwalde und der dazugehörigen Ortsteile  orientieren sich an den „Leitlinien für die Seniorenpolitik des Landes Brandenburg“ und an den „Leitlinien zur Seniorenpolitik  im Landkreis Märkisch-Oderland“.

Diese Leitlinien haben den Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Bad Freienwalde  dazu angeregt,  auch in der Zukunft Bezug nehmend auf die demografische Entwicklung den  Senioren Wege für ein sinnerfülltes Leben aufzuzeigen.

Die Leitlinien  sollen dabei helfen, „Alter“ nicht als „Last“, sondern als Chance zu begreifen.

Den jetzigen und auch den zukünftigen  Senioren sollen Möglichkeiten  aufgetan werden, einen Lebensabend in Würde und dauerhafter Geborgenheit

in vertrauter Umgebung verbringen zu können.

Nicht außer Acht gelassen werden soll  dabei die Würdigung der Lebensleistung eines jeden Einzelnen.

Die Leitlinien zur Seniorenpolitik der Stadt Bad Freienwalde wurden unter Mitwirkung  des Senioren- und Behindertenbeirates, Vertretern von Vereinen und Ortsgruppen sowie der Stadtverwaltung erarbeitet.

Sie können Leitfaden für das Wirken von Vereinen, gesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen sein.

Die Leitlinien zur Seniorenpolitik sind Basis für das künftige  konkrete Handeln der Stadtverordnetenversammlung und der Stadtverwaltung Bad Freienwalde unter Berücksichtigung der jeweiligen materiellen und finanziellen Möglichkeiten.

Die Leitlinien sollen lediglich den Rahmen darstellen und eine Grundlage für perspektivisches Arbeiten bilden.

Den kommunalen Gebietskörperschaften obliegt die primäre Zuständigkeit für Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft und somit auch für die konkrete Gestaltung und Umsetzung einer ganzheitlichen Seniorenpolitik.

Die Zuständigkeit betrifft vorrangig die altersgerechte Infrastruktur sowie Bildungs- und Freizeitangebote für ältere Menschen. Im ländlichen Raum bedarf es innovativer, flexibler und mobiler Ansätze. Im Prozess der Gestaltung von Seniorenpolitik, sind die Potenziale der älteren Menschen zu nutzen und aktiv einzubeziehen.

 2.                   Senioren der Stadt Bad Freienwalde und der dazugehörigen 

           Ortsteile –  demografische Entwicklung

Die Bevölkerungsprognose weist bis zum Jahr 2030 einen weiteren Rückgang aus. Der Einwohnerverlust wird sich voraussichtlich auf 3,624 Menschen belaufen. Dies entspricht einem Anteil von -27,6%.

Laut Demografiebericht des Landkreises Märkisch-Oderland vom Mai 2010 und des Mittelbereichsprofils Bad Freienwalde (Oder) 2010 vom LBV Landesamt für Bauen und Verkehr lebten zu diesem Zeitpunkt 3.270 Menschen über 65 Jahre in der Stadt Bad Freienwalde. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung der Stadt entspricht 24,8%.

Dem gegenüber erhöht sich die Anzahl der älteren Bevölkerung über 65 Jahre um 1.022. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2030 steigt damit auf 45,1 % an.

Der Bevölkerungsrückgang und die Veränderung der Altersstruktur wirken sich schon heute auf die kommunale Infrastruktur aus. Insbesondere ist der Wohnungsmarkt betroffen und das betreute Wohnen wird zu einer dringlichen Aufgabe. Die Anforderungen im Bereich Soziales, Kultur, Sport und Freizeit werden sich ebenso verändern.

Eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik mit zunehmendem ehrenamtlichem Engagement muss eine entsprechende Priorität bei der Stadtentwicklung bekommen.

 3.                  Zielstellung der Stadt Bad Freienwalde und des Senioren- und

  Behindertenbeirates  für die Arbeit mit den Senioren 

Die Stadtverordnetenversammlung und die Stadtverwaltung, sowie der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Bad Freienwalde (Oder) sehen eine altersgerechte, d. h. barrierearme  Gestaltung von Wohnraum, Wohnumfeld und Infrastruktur als Voraussetzung für die Teilhabe von älteren und alten Menschen am gesellschaftlichen Leben an. Die Sicherung der Mobilität für Senioren und Behinderte bilden dafür eine  Voraussetzung.

In Wahrnehmung ihrer Verantwortung und ihrer Möglichkeiten sind die Stadtverordnetenversammlung, die Stadtverwaltung  sowie der Senioren- und Behindertenbeirat bestrebt, dazu beizutragen und dabei zu unterstützen,

  1. die Diskriminierung von älteren Menschen zu verhindern ,
  2. den Senioren ein aktives, selbstbestimmtes, würdevolles Leben im Alter zu erhalten,
  3. eine  altersspezifische und bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung zu sichern,
  4. dass Angebote für Bildung, Kultur und Freizeit zur aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nutzbar sind

 3.1 Wohnen im Alter    

„Altern in der gewohnten Umgebung – sowohl bei körperlicher als auch bei  psychischer Einschränkung“ – ist für die meisten Bürger ein vorrangiges Bedürfnis.

Diesen Wunsch zu verwirklichen, bedeutet die Umgestaltung von vorhandenem Wohnraum in altersgerechten und barrierefreien Wohnraum. Um diesem Anliegen nachkommen zu können, ist die Zusammenarbeit mit den Wohnungseigentümern eine Grundvoraussetzung. Dem Einbau von Aufzügen, dem Umbau von Wohnraum und der Schaffung von neuen Wohnformen mit günstiger Infrastruktur ist  mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dem Bedarf an unterschiedlichen Wohnformen muss zukünftig in größerem Maße Rechnung getragen  werden. Bei Eintreten von Pflegebedürftigkeit und erforderlichem Umzug in eine Pflegeeinrichtung soll eine wohnortnahe Pflege und Betreuung möglich sein.

Die Stadt Bad Freienwalde und die Ortsteile setzen sich dafür ein, dass sich die Angebote des ÖPNV verstärkt an den Mobilitätsanforderungen und –bedürfnissen älterer Menschen orientieren sollten.

 3.2 Gesundheitliche Versorgung

Wir gehen weiterhin von wachsendem Hilfebedarf bei älteren Menschen bei der gesundheitlichen Versorgung, Betreuung und Pflege aus. Deshalb sollten die im Verlauf des Alters erforderlichen Hilfen, Dienste und Einrichtungen  allgemein erreichbar zur Verfügung stehen. Das Augenmerk muss in Zukunft gerichtet sein auf:

  • die Sicherung einer altersgerechten gesundheitlichenVersorgung, Betreuung und Pflege; (Dabei geht es besonders um Terminvergabe, Wartezeiten, Hausbesuche und fachärztliche Betreuung.)
  • unkomplizierte Realisierung von Transporten zu ärztlichen Konsultationen ggf. mit Begleitung
  • die Förderung der Ansiedlung von Allgemeinmedizinern und Fachärzten durch die Gemeinden entsprechend ihren Möglichkeiten
  • die Wiedereinführung des Gemeindeschwestermodells
  • die Unterstützung und Förderung der Bestrebung von Bürgern, die ihre hilfebedürftigen Familienangehörigen, Verwandten oder Bekannten  betreuen
  • den Ausbau von ambulanten Dienstleistungen.

3.3 Mobilität / soziale Infrastruktur / Sicherheit

Viele Senioren, die nicht mehr mobil sind, sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Der Personennahverkehr orientiert sich jedoch derzeit noch vorrangig am Schülerverkehr. Die Bedürfnisse der Senioren müssen stärker berücksichtigt werden.  Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben notwendig.

Das Modell „Rufbus“, welches vor einigen Jahren im Kreis Märkisch-Oderland im Gespräch war, sollte nochmals in die Überlegung mit einbezogen werden.

Eine barrierefreie behindertengerechte Gestaltung von Verkehrsmitteln und -anlagen kommt den Belangen älterer und behinderter Menschen entgegen. Barrierefreie Zugänge zu kommunalen Einrichtungen und Geschäften ermöglichen den Bürgern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ist im Stadtgebiet und im Umfeld erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen.  Der Zustand von Geh- und Radwegen einschließlich Straßenübergängen ist zu verbessern. Der Einsatz mobiler Dienstleister ist  für Senioren mit Mobilitätseinschränkungen in vielen  Ortsteilen auszubauen, so dass sowohl Einkaufsmöglichkeiten als auch die Wahrnehmung von Dienstleistungen (Friseur, Fußpflege, Physiotherapie usw.) bedarfsgerecht möglich sind.

 3.4    Bildung, Kultur und Sport

Mit der höheren Lebenserwartung und dem besseren gesundheitlichen Allgemeinzustand der älteren Bürger ist auch eine veränderte Nachfrage der Senioren  nach Bildungs-, Kultur- und Sportangeboten verbunden. Sich körperlich und geistig fit zu halten sind Bedürfnisse, denen die Angebote  der zahlreichen aktiven Vereine angepasst sein  müssen. Weiterhin sind Möglichkeiten einer aktiven selbstbestimmten Lebensführung - auch im höheren Alter – zu schaffen. Erstrebenswert sind eine bessere Koordination und Publizierung der angebotenen Veranstaltungen einschl. der benötigten und bezahlbaren Transportmöglichkeiten.

 3.5    Miteinander der Generationen

In unserer Gesellschaft ist eine Grenze zwischen Alt und Jung in keiner Weise mehr zeitgemäß. Es ist eine wichtige Grundlage für den Zusammenhalt, dass sich die Jungen für die Älteren und die Älteren für die Jungen engagieren. Jede Altersgruppe sollte mit den Verdiensten, Bedürfnissen und Besonderheiten der anderen Altersgruppe respektvoll umgehen und Verständnis für deren Interessen und Erfahrungen zeigen.

 Dazu ist anzustreben, dass

  • jüngere Menschen zur Betreuung und Unterstützung von Senioren motiviert werden. Derzeit erfolgt die ehrenamtliche Betreuung zum größten Teil durch Senioren – in einigen Jahren werden aber diese Senioren selbst auf Betreuung angewiesen sein.
  • bereits im Kindesalter sollten Kontakte zwischen Kindern und Senioren hergestellt werden, um Berührungsängsten und Ablehnungstendenzen von vornherein entgegen zu wirken.
  • starre Regelungen hinsichtlich Seniorensportgruppen etc. sind einem Zusammenhalt der Generationen nicht dienlich – Gruppen sollten für alle Generationen  offen sein – ohne dass eine regelmäßige Teilnahme an Trainingsstunden usw. erwartet wird.
  • generationenübergreifendes Miteinander in Form von Arbeitsgemeinschaften und Projekten gefördert wird, z. B. regelmäßige Besuche von Schülern in Altenpflegeheimen (gemeinsame Spaziergänge mit Senioren, erzählen,  gegenseitiges Zuhören usw.).

 3.6    Ehrenamtliche Tätigkeit

In allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ist ein hoher Anteil von ehrenamtlicher Tätigkeit mittlerweile unverzichtbar. Helfen zu können ist für viele noch leistungsfähige Senioren Bedürfnis und gleichzeitig ein Beitrag zu einem sinnvollen und erfüllten Tagesablauf. Dazu bedarf es einer gezielten Motivation, um diese Altersgruppe zu begeistern. Bereits mit kleinen ehrenamtlichen Hilfeleistungen kann etwas erreicht werden.

 4.              Verantwortung für die Umsetzung der Leitlinien

 4.1. Stadt Bad Freienwalde

Die Leitlinien für die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren in der Stadt Bad Freienwalde (Oder) sind von der Stadtverwaltung Bad Freienwalde in verwaltungsmäßiges Handeln umzusetzen. Hierzu sind konkrete Verantwortlichkeiten festzulegen.

Die Leitlinien sind bei allen Vorhaben, bei der Haushaltsplanung, bei Beratungen und

Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung, ihrer Ausschüsse und der

Stadtverwaltung zu berücksichtigen. Der Bürgermeister berichtet einmal jährlich in

Zusammenarbeit mit dem Senioren- und Behindertenbeirat über die Umsetzung der Leitlinien vor der Stadtverordnetenversammlung. Vertretern des Senioren- und Behindertenbeirates ist die Mitarbeit in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung zu ermöglichen.

 4.2.       Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Bad Freienwalde

Zur Umsetzung der Leitlinien für die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren der Stadt Bad Freienwalde ist eine enge Zusammenarbeit der Stadtverordnetenversammlung und der Stadtverwaltung Bad Freienwalde mit dem Senioren- und Behindertenbeirat erforderlich. Der Senioren- und Behindertenbeirat trifft sich hierzu in regelmäßigen Abständen und berät den Bürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung in Angelegenheiten der älteren Bürger sowie bei der Umsetzung der Leitlinien.

Im Einzelnen gilt dazu §6 „Senioren- und Behindertenbeirat“ der Hauptsatzung der Stadt Bad Freienwalde vom 17.03.2011.

 4.3.       Vereine und Einrichtungen

Vereinen und Einrichtungen, die für Seniorinnen und Senioren tätig sind bzw. in denen sich Seniorinnen und Senioren betätigen, wird empfohlen, diese Leitlinien in ihr Wirken einzubeziehen.

Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Bad Freienwalde ist für eine Zusammenarbeit mit Vereinen und Einrichtungen offen. Sie werden in den jährlichen grundsätzlichen Abstimmungen mit der Stadtverordnetenversammlung und der Stadtverwaltung der Stadt Bad Freienwalde entsprechend berücksichtigt.

 5.Schlussbestimmungen

Die Seniorenleitlinien der Stadt Bad Freienwalde (Oder) treten am Tag der Bekanntmachung in Kraft.

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